8 Fragen zu Rotlicht Auge, beantwortet

Kurz gesagt: „Rotlicht am Auge“ meint drei verschiedene Dinge, und sie vertragen drei verschiedene Dosen.

  • Licht, das auf dein Gesicht fällt, während die Augen zu sind: bei rotem Licht meist unkritisch, bei nahem Infrarot nicht.
  • Licht, in das du bewusst hineinschaust: nur 670 Nanometer, drei Minuten, morgens, und spürbar nur bei wenigen.
  • Licht auf die Haut rund ums Auge: wirkt auf feine Linien und den bläulichen Schatten, nicht auf Pigment.
  • Die alte Wärmelampe aus dem Schrank kann keine dieser drei Aufgaben.

Diese Frage bekomme ich häufiger als fast jede andere, und fast immer von Frauen, die ein Gerät zu Hause stehen haben und niemanden fragen können.

Du sitzt auf der Bettkante, das Gerät liegt bereit, und dir fällt zum ersten Mal auf, dass dieses Licht zehn Minuten lang direkt vor deinen Augen sein wird. Du machst sie zu und siehst trotzdem Rot.

Am nächsten Abend machst du es wieder. Und rechnest dabei aus, wie viele Stunden das über ein Jahr werden.

Die Frage ist nicht, ob rotes Licht dem Auge schadet. Die Frage ist, welche der drei Anwendungen du gerade machst.

1. Reicht es, die Augen zuzumachen, oder brauche ich eine Brille?

Das hängt daran, was dein Gerät abstrahlt. Rotes Licht zwischen 630 und 700 Nanometern ist sichtbar, und dein Körper wehrt sich von selbst dagegen: Lidschluss, engere Pupille, du drehst den Kopf weg. Bei geschlossenen Augen und einem halben Meter Abstand ist das bei den meisten Geräten sicher genug.

Bei nahem Infrarot gilt das nicht. Licht um 830 oder 850 Nanometer ist unsichtbar, es löst also keinen einzigen dieser Reflexe aus, und das Lid hält es nur zum Teil zurück. Wenn auf dem Datenblatt eine Zahl über 800 steht, gehört eine Brille dazu, und zwar eine, die für 630 bis 900 Nanometer gebaut ist. Fünfzehn bis fünfundzwanzig Euro, mehr kostet das nicht.

Eine Sonnenbrille ist dafür übrigens nicht gebaut, sie filtert UV. Was sonst noch an Halbwissen im Umlauf ist, haben wir in den fünf verbreitetsten Mythen zu Rotlicht und Auge auseinandergenommen.

Und wenn du gerade eine frische Augen-OP, eine akute Entzündung, eine Netzhauterkrankung oder ein Medikament hast, das lichtempfindlich macht: dann bitte vorher zur Augenärztin, nicht danach.

2. Hilft die Rotlichtlampe bei einem Gerstenkorn?

Hier geht es nicht um Licht, sondern um Wärme. Ein Gerstenkorn ist eine verstopfte, entzündete Drüse am Lidrand, und trockene Wärme macht das Sekret dünnflüssiger, sodass die Drüse leichter abfließt. Deshalb steht die alte Lampe bei diesem einen Problem seit Jahrzehnten zu Recht im Schrank.

Zehn Minuten, Augen geschlossen, gut vierzig Zentimeter Abstand, zwei- bis dreimal am Tag.

Bei einer Bindehautentzündung ist es weniger eindeutig. Wärme kann eine bakterielle Entzündung auch anheizen, und wenn das Auge nach zwei Tagen nicht besser ist oder das Sehen sich verändert, ist die Lampe die falsche Antwort. Welches Gerät für welchen Zweck taugt, steht ausführlich in unserem Vergleich der vier Varianten.

3. Kann ich dieselbe Lampe für die 670-Nanometer-Sache nehmen?

Nein, und das ist der Punkt, an dem die meisten Seiten im Netz aneinander vorbeireden.

Die Wärmelampe aus der Hausapotheke ist ein Glühstrahler. Sie gibt ein breites Band an Wärmestrahlung ab, ohne definierte Spitze bei einer bestimmten Wellenlänge, und genau diese Spitze ist bei der Netzhautanwendung die ganze Sache. Was dort untersucht wurde, war schmalbandiges Licht bei 670 Nanometern, aus einer Quelle, in die man bewusst hineinsieht.

Steht auf deiner Lampe keine Wellenlänge, dann hat sie keine. Ein brauchbares Panel nennt beides, die Wellenlänge und wie stark es strahlt.

Unser NiraLux Compact steht mit 660 und 850 Nanometern auf dem Karton, und ein Gerät, das diese Angaben verschweigt, kannst du schlicht nicht dosieren.

4. Wie viel Licht ist zu viel?

Das ist die Zahl, um die sich fast alle drücken. Die Dosis, die auf der Haut arbeitet, ist für die Netzhaut zu hoch, und zwar deutlich. In der Forschung zur Sehkraft wurde die Bestrahlungsstärke sogar bewusst gesenkt, weil weniger dort besser wirkte als mehr.

  Licht auf die Haut Licht ins Auge
Wellenlänge 633 bis 850 nm 670 nm
Dauer 10 bis 15 Minuten 3 Minuten
Abstand direkt auf der Haut bis 30 cm etwa 65 cm
Bestrahlungsstärke um die 46 mW/cm² etwa 8 mW/cm²
Häufigkeit drei- bis fünfmal pro Woche einmal pro Woche, morgens

Der Fachbegriff für den Vorgang lautet Photobiomodulation, und er meint schlicht: Licht bringt die Kraftwerke in der Zelle dazu, mehr Energie zu produzieren. Wärme spielt dabei keine Rolle, weshalb auch mehr Wärme nichts verbessert.

DermiGlow

Die Maske arbeitet mit 633, 465, 590 und 830 Nanometern auf Gesicht und Hals, und diese Zahlen stehen auf dem Datenblatt statt im Kleingedruckten.

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5. Ich bin über 40 und merke nichts. Zu früh, oder wirkt es einfach nicht?

Ehrliche Antwort: gut möglich, dass du zu der Mehrheit gehörst, bei der nichts Spürbares passiert. In den Versuchen zur Sehkraft war der Effekt messbar, aber nur ungefähr jede zehnte Person berichtete hinterher, selbst einen Unterschied bemerkt zu haben. Gemessen wurde außerdem Farbkontrast im Blaubereich, nicht das, was du auf einem Straßenschild liest. Was dort wirklich untersucht wurde und wo es aufhört, steht in unserem Beitrag zu Wirkung und Anwendung von Rotlicht am Auge.

Unter 40 zeigte sich gar nichts. Nachmittags ebenfalls nicht.

Wenn du es trotzdem ausprobierst, gib dir eine Abbruchregel, bevor du anfängst. Aufhören und die Augenärztin fragen solltest du bei:

  • Nachbildern, die länger als ein paar Minuten bleiben
  • neuer Blendempfindlichkeit oder Kopfschmerz nach der Anwendung
  • jeder Veränderung des Sehens, auch einer kleinen
  • acht Wochen ohne den geringsten Unterschied

6. Hilft Rotlicht bei Makuladegeneration?

Es gibt eine Rotlichttherapie, die deutsche Augenarztpraxen dafür anbieten, und sie hat mit einer Lampe zu Hause nichts zu tun. Sie richtet sich an die trockene Form der altersabhängigen Makuladegeneration, also den langsamen Verschleiß der Stelle des schärfsten Sehens, und dort nur in frühen bis mittleren Stadien.

Bei der feuchten Form ist es nicht vorgesehen. Bei fortgeschrittener Netzhautatrophie ebenfalls nicht.

Das ist die unangenehme Hälfte der Nachricht, denn die feuchte Form ist genau die, die bei den meisten Betroffenen den starken Sehverlust verursacht. Wer eine Diagnose hat, klärt das in der Praxis und nicht mit einem Gerät aus dem Netz.

7. Was kostet das in Deutschland wirklich?

Drei sehr unterschiedliche Preisklassen, je nachdem, welche der drei Anwendungen du meinst. Keine davon zahlt die Kasse.

  • Praxisbehandlung der Netzhaut: rund 1.800 Euro für neun Sitzungen beidseitig, zwei bis drei Zyklen pro Jahr, als Selbstzahlerleistung.
  • Studio oder Kosmetikinstitut: 30 bis 50 Euro pro Sitzung, ohne festes Protokoll.
  • Gerät für zu Hause: ab etwa 200 Euro, einmalig, dafür trägst du die Dosierung selbst.

Rechne beim Gerät ehrlich mit dem, was du tatsächlich anwenden wirst. Ein Panel, das dreimal pro Woche läuft, ist nach einem halben Jahr billiger als das Studio. Ein Panel, das nach vier Wochen im Schrank steht, ist teuer.

8. Warum verschwinden meine Augenringe davon nicht?

Weil Augenring nicht gleich Augenring ist. Der bläuliche Schatten kommt von durchscheinenden Gefäßen unter einer sehr dünnen Haut, und darauf kann Licht tatsächlich wirken, weil bessere Durchblutung und etwas mehr Kollagen genau dort ansetzen. Bräunliche Verfärbung ist Pigment, und ein Schatten in der Tränenrinne ist eine Frage des Volumens. Beides reagiert nicht auf rotes Licht.

Genau diese Unterscheidung erklärt, warum bei so vielen Frauen gar nichts passiert, obwohl sie alles richtig machen.

Und wenn dein Thema eigentlich müde Bildschirmaugen am Abend sind und nicht der Schatten darunter, arbeitet ein HydraLuxe mit Wärme und Druck statt mit Licht.

Was du daraus mitnimmst

Wenn du bisher unsicher warst, lag das nicht an dir. Es liegt daran, dass drei völlig verschiedene Anwendungen denselben Namen tragen und fast niemand sie auseinanderhält, obwohl der Unterschied genau der ist, auf den es ankommt.

Sobald du weißt, welche der drei du gerade machst, wird die Dosis eine einfache Frage. Und das ist uns lieber, als dass du uns glaubst: wir möchten, dass du verstehst, was du dir da vor die Augen hältst.

Wenn dir eine Frage fehlt, schreib sie uns. Die Liste wächst durch das, was tatsächlich gefragt wird.

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